Gesundes Grün: Wildkräuter für Terrarientiere


Marion Minch (Karlsruhe)

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Wer an Reptilien denkt, hat wohl in erster Linie Fleischfresser im Kopf. Dabei gibt es eine ganze Reihe von Arten, die zumindest auch pflanzliche Nahrung aufnehmen, also entweder herbivor (Pflanzenfresser) oder omnivor (Allesfresser) sind. Klassiker wie Grüne Leguane oder Landschildkröten sind allgemein bekannte Vertreter dieser Gruppen, aber auch viele Skinke, Agamen, weitere Leguane und sogar manche Warane oder Geckos fressen Pflanzen und Gräser, Blüten und Früchte. Leider fristen viel zu viele Pflanzenfresser ihr Dasein bei Obst, Salat und anderem Gemüse aus dem Supermarktregal – der zoologische "Fachhandel" ist hier oft falsches Vorbild. In vielen Fällen ist diese Art von Ernährung geradezu gesundheitsschädlich und führt zu Magen-Darm-Erkrankungen und Mangelerscheinungen.

Die relativ einfache Abhilfe findet sich in der Natur. Fachkundig gesammelte und verfütterte Wildkräuter bieten Reptilien eine Fülle von Vitaminen und anderen Inhaltsstoffen, sorgen für festen, oft fast krümeligen Kot und gesunde Tiere.

Wieso also werden sie nicht häufiger verfüttert? Wahrscheinlich, weil der Griff ins Supermarktregal schneller und günstiger erscheint. Für die Bedürfnisse der Tiere sollte ein wenig Investition aber möglich sein. Keine
Pogona findet im Outback Salatblätter, keine Uromastyx frisst in der Natur Tomaten. Sie ernähren sich fast ausschließlich von trockenen Gräsern und Wildkräutern. Wer sich je in diesen Gegenden aufgehalten und zum Beispiel den Duft einer Kräuterwiese eingeatmet hat, weiß, welche Vielfalt die Natur in dieser Hinsicht bietet.

Spitzwegerich-300 Marion Minch hat es sich seit Jahren zur Passion gemacht, die Welt der Futterpflanzen zu erforschen, zu dokumentieren und ihr Wissen für die Terraristik zur Verfügung zu stellen. Ihr "Handbuch der Futterpflanzen" im KUS-Verlag ist so etwas wie die Bibel für diese Thematik und zeigt auf 350 Seiten die umfangreichen Möglichkeiten, die sich beinahe jedem Terrarianer ohne unzumutbare Belastungen bieten. Sie schöpft dabei auch aus ihrer umfangreichen Erfahrung aus der eigenen Haltung und Zucht von Schildkröten.

In ihrem Vortrag auf der Breeders' Expo erläutert Marion, wieso es sich lohnt, Wildkräuter zu nutzen, wie und wo man diese am einfachsten erhält, eventuell sogar selbst züchtet, aufbewahrt und verfüttert. Mit einem kleinen virtuellen Spaziergang durch die Welt der Futterpflanzen werden verschiedene Vertreter aus einzelnen Pflanzenfamilien in Wort und Bild erläutert.
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Weitere Infos: www.samenkiste.de